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Extremwinter in Japan: Aktuelle Schneelage und meteorologische Hintergründe

Aktuell liegen an der Japanmeer-Küste regional bis zu 2 m Schnee. Ursache ist vor allem der ostasiatische Wintermonsun: Kalte Luft aus Sibirien nimmt über dem relativ warmen Meer Feuchtigkeit auf und sorgt beim Auftreffen auf die japanischen Gebirge für intensive Schneefälle („Sea-Effect Snow“).
Extremwinter in Japan: Aktuelle Schneelage und meteorologische Hintergründe

Seit Ende Januar wurden in mehreren Regionen Japans außergewöhnlich hohe Schneemengen registriert. Besonders entlang der Japanmeer-Küste treten vor allem Richtung Norden regelmäßig intensive Schneefälle auf, die Infrastruktur, Verkehr und Lawinensituation stark beeinflussen.

Aktuelle Situation

      • In der 270.000-Einwohner Stadt Aomori wurden rund 1,6 m Schnee gemessen
      • Regional Rekordschneehöhen über 2 m in bewohnten Gebieten
      • Beeinträchtigungen von Verkehr, Energieversorgung und Infrastruktur
      • Stark erhöhte Lawinen- und teilweise Glättegefahr

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    Meteorologische Ursachen

    Die Schneefälle stehen vor allem im Zusammenhang mit dem ostasiatischen
    Wintermonsun. Ein großer Luftdruckunterschied zwischen dem sibirischen Kältehoch und einem relativ niedrigen Druckniveau des Aleuten-Tiefs über dem nordwestlichen Pazifik führt zu lang andauernden starken nordwestlichen Winden. So strömt die trockene und kalte kontinentale Luft aus dem Hochdruckgebiet heraus. Über dem relativ warmen Japanischen Meer nimmt die Luftmasse Feuchtigkeit auf. Beim Auftreffen auf die gebirgige Landschaft Japans wird das feuchte Luftpaket zum Aufsteigen gezwungen. Daraus resultieren teilweise intensive Stauniederschläge („Sea-Effect Snow“), die in kurzer Zeit extreme Neuschneemengen bringen.

    Example of sea-effect snow in december 2020 from @sayakasofiamori on X

    Zusätzlich kann sich bei starken Kaltluftausbrüchen aus Sibirien über dem Meer eine sogenannte Japan Sea Polar Air Mass Convergence Zone (JPCZ) bilden. Diese bandförmige Konvergenzzone mit intensiver Wolken- und Niederschlagsbildung kann lokal extreme Schneemengen in kurzer Zeit mit sich bringen.

    Derartige Ereignisse sind typisch für das ostasiatische Winterklima, jedoch variieren sie von Jahr zu Jahr. Zusätzliche Einflussfaktoren auf dessen Variabilität sind unter anderem höhere Meeresoberflächentemperaturen, wodurch mehr Feuchtigkeit an die darüberliegenden Luftmassen abgegeben werden kann.

    Sapporo, Japan, had the heaviest snowfall ever recorded for the month of January. — Massimo (@Rainmaker1973) on January 27, 2026

    Aktuelle Wetterkarten

    Schneehöhenanalyse für Japan

    Aktuelle Schneehöhen in cm für Japan @jma.go.jp vom 11.02.2026 03 IST

    Schneeprognose für Japan

    Vorhersage 72 h Neuschneemenge in cm für Japan @jma.go.jp vom 11.02.2026 03 IST

    Titelbild: Pexels.com