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Außergewöhnlich heftige Gewitter in Westeuropa, starker Tornado in Frankreich

Außergewöhnlich heftige Gewitter in Westeuropa, starker Tornado in Frankreich

Am Sonntag konnten sich in Westeuropa starke Gewitter bilden, aus einigen Regionen wurden teils schwere Schäden gemeldet. In Nordfrankreich bildete sich im Zuge einer Superzelle sogar ein starker Tornado. Wir liefern euch einen Rückblick auf diese – für Ende Oktober außergewöhnliche – Gewitterlage.

In einer südwestlichen Höhenströmung wurden im Vorfeld des ausgeprägten Tiefdruckgebietes HELGARD mit Kern südwestlich der Britischen Inseln feuchtwarme und labil geschichtete Luftmassen herangeführt. Die teils starke Scherung (Zunahme der Windgeschwindigkeit bzw. Windrichtungsänderung jeweils mit der Höhe) erhöhte das Potential für schwere Unwetter zusätzlich.

Die prognostizierte Frontenanalyse für Sonntag, 12 UTC. Karte: FU Berlin / DWD
In einer südwestlichen Höhenströmung wurden energiereiche Luftmassen herangeführt. © GFS/UBIMET

Am Nachmittag bildeten sich schließlich wie erwartet teils kräftige Gewitter, am stärksten war – wie auch schon am vergangenen Donnerstag – Frankreich betroffen.

Blitze am 23.10.2022 von 14 Uhr bis 24.10.2022 2 Uhr © Nowcast/UBIMET

In Nordfrankreich konnten sich auch einzelne Superzellen bilden, im französischen Département Eure wurde am Nachmittag teils großer Hagel registriert:

Im weiteren Verlauf bildete sich im Zuge einer kräftigen Superzelle sogar ein starker Tornado – betrachtet man die Schäden, wird dieser wohl in die Kategorie F2 (Windgeschwindigkeiten von 181 bis 253 km/h) oder sogar F3 (254 bis 332 km/h) eingestuft werden. Vereinzelt wurden ganze Dächer abgerissen, auch große Lagerhäuser fielen dem Tornado zum Opfer. Am stärksten hat es das Dorf Bihucourt im französischen Département Pas-de-Calais getroffen:

Aber auch aus anderen Ländern – etwa aus Belgien, den Niederlanden und Großbritannien – wurden Schäden gemeldet, in London wurden im Zuge eines Gewitters Bäume entwurzelt. Aus Hampshire und Welling gibt es ebenso Tornadoverdachtsfälle, hier stehen noch weitere Untersuchungen aus.

Den Westen Deutschlands erreichten die Gewitter hingegen nur mehr in abgeschwächter Form, für Ende Oktober waren aber auch diese außergewöhnlich stark. Erst in der Nacht auf Montag ging die Gewitteraktivität schließlich langsam zurück.

Titelbild: Tornadische Superzelle in Frankreich © Rick Bekker (https://twitter.com/Anatidaephbia)